Korea 3.0

여러분, 안녕하세요

Nun bin ich schon seit zwei Jahren in Korea.
Ich hätte euch gerne mehr auf meine Reise mitgenommen, aber die Ereignisse, Gefühle und Erfahrungen haben sich in dieser Zeit überschlagen. Viele Dinge sind so persönlich, dass ich sie hier nicht öffentlich teilen möchte.

Ich hätte nie gedacht, dass meine Reise so verlaufen wird. Es war bis hierhin eine wilde Fahrt. Beruflich. Privat. Ich habe viel über mich gelernt, habe mich teilweise gefunden, bin aber auch noch bewusst auf der Suche. Die Dinge verändern sich hier im Sekundentakt. Mein Leben läuft im gleichen Takt wie diese Stadt. Laut. Schnell. Schlaflos. Und ständig im Wandel.

Hier, wo ich keine Wurzeln habe. Keine alten Schulfreunde, keine Familie, keine bekannten Gesichter, keine Geschichte. Man ist angewiesen auf die Menschen, die man hier kennenlernt. Man muss neu aufbauen. Investieren. Vertrauen.

Wer mich kennt, weiß: Ich bin keine „einfache“ Persönlichkeit. Ich ecke an, bin laut, direkt, ungeduldig. Es fällt mir nicht leicht, bei anderen Menschen zu ankern. Aber wenn es passiert, dann mit Herz. Ganz.

Doch Menschen kommen und gehen. Freundschaften verändern sich. Menschen verändern sich. Oder sie waren schon immer so – nur erkennt man es irgendwann klarer. Hier in der Fremde vielleicht noch schneller. Mein Herz musste mehrmals lernen, loszulassen.

Ich fühle mich oft einsam. Einsam in einem Land, in dem ich die Sprache noch immer nicht fließend spreche. In dem ich kulturelle Dinge nicht immer verstehe.
Es war nicht leicht, oft sogar schmerzhaft. Und trotzdem: Ich spüre, dass ich genau hier gerade wachse. Stück für Stück.

Ich werde so oft gefragt, ob ich wieder zurück nach Deutschland möchte. Die klare Antwort ist: Nein. Ich bin noch lange nicht fertig. Der Spaß fängt gerade erst an.
Korea 3.0 – ich komme.

Korea 3.0

It’s been two years now since I came to Korea.
I would have loved to take you along on this journey more often, but the events, the feelings, the experiences – they’ve been overwhelming. So many things are too personal to share here.

I never thought my journey would turn out this way. Up until now it’s been a wild ride. Work. Private life. I’ve learned a lot about myself, partly found myself, and I’m still very much searching. Things change here by the second. My life runs in the same rhythm as this city. Loud. Fast. Sleepless. Constantly shifting.

Here, where I have no roots. No old school friends, no family, no familiar faces, no shared history. You rely on the people you meet here. You have to build from scratch. Invest. Trust.

People who know me know: I’m not an “easy” personality. I clash, I’m loud, direct, impatient. It’s not easy for me to anchor myself with others. But when it happens, it’s with all of my heart.

But people come and go. Friendships change. People change. Or maybe they were always that way – you just see it more clearly now. Maybe even faster when you live in a foreign place. My heart has had to learn to let go, more than once.

I often feel lonely. Lonely in a country where I still don’t speak the language fluently. Where I don’t always understand the cultural codes.
It hasn’t been easy, often painful. And still – I feel that this is exactly where I’m growing. Piece by piece.

People often ask me if I want to go back to Germany. The clear answer is: No. I’m not done yet. I’m only just getting started.
Korea 3.0 – here I come.

3 Antworten zu „Korea 3.0”.

  1. 😭 das hast du so schön geschrieben.
    Ich bin in Gedanken bei dir.
    und freue mich bald ein Teil von deiner Geschichte in Südkorea zu sein.

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  2. Liebe Nine, du direkte Aneckerin. Ein paar Dinge weiß ich ja und ich habe zumindest das Gefühl, dass ihr das richtig macht. Wie sagte meine Yogalehrerin Mal: Bleibt authentisch. Authentizität ist nichts hinzuzufügen und nichts wegzulassen. Man muss aber nicht alles öffentlich und mit jedem teilen. Ich habe in der Vergangenheit öfter erzählt, dass eine Freundin von mir in Südkorea ist und ich sie besuchen werde. Nun muss ich meine Worte noch in die Tat umsetzen. Sei lieb gegrüßt aus Leipzig Der Henne ;–

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  3. Liebe Janine… ich wünsche dir einfach nur das Allerbeste. Geh deinen Weg weiter, finde dich, erfinde dich und sammele so viele Eindrücke und Erfahrungen, wie du nur kannst. Hab dich lieb, Ines

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