여러분 안녕하세요?
Hier kommt nun der zweite Teil meiner wunderschönen Begegenungen mit Land und Leuten. Viel Freude damit.
Ich habe ein Foto für dich
Kürzlich waren zwei super liebe Freunde aus Paris bei mir zu Besuch. Ich habe ihnen Seoul gezeigt, wir waren viel unterwegs, haben lecker gegessen und abends auch ab und zu gefeiert. Ein wichtiger Touristen-Hotspot ist natürlich der Besuch in einem der historischen Paläste. Dazu kann man sich in den umliegenden Geschäften einen traditionellen Hanbok ausleihen und kommt so kostümiert kostenlos in die Paläste. Eine wunderbare Idee, da somit die historische Szenerie zusätzlich belebt wird.
Natürlich haben wir drei das auch gemacht und waren, wie ich finde, mit Abstand die Bestaussehendsten. Zumindest kann man das vermuten, da wir ab und zu als Fotogegenstand herhalten mussten. Eine Gruppe älterer Koreaner gab sich dabei besonders Mühe. Erst fragten sie uns, ob wir ein Foto von ihnen machen würden. Dann waren wir an der Reihe. Sie schnappten sich mein Telefon, und dann mussten wir unter vielen Anleitungen und Einzählen posieren, was das Zeug hält. Am Ende wurde sogar noch eine Bank freigeräumt, und wir wurden platziert und bekamen eine volle Fotosession. Der Gruppe war es super wichtig, dass wir ein schönes Foto erhalten. Dafür haben sie sich sehr viel Zeit genommen.
Das Gepäck
Auch das ist eher eine kleine und ganz feine Geschichte, aber auch wieder typisch. Diesmal ist es nicht mir passiert, sondern meiner Freundin Sarah. Sie ist eine begeisterte Taucherin und hatte nun schon zweimal die Gelegenheit, hier in Korea tauchen zu gehen. Dazu verlässt sie mich leider immer mal übers Wochenende und lässt mich hier einsam in Seoul zurück. ㅋㅋㅋㅋ (koreanisches Chatzeichen für Kichern).
Sarah war also nun mit ihrem Koffer unterwegs und stieg in einen völlig überfüllten Bus. In den öffentlichen Verkehrsmitteln hier in Korea gibt es in allen U-Bahnen und Bussen spezielle Sitzbereiche für Schwangere und ältere Menschen. Im Bus weniger, aber in der U-Bahn bleiben diese Plätze auch frei, wenn die U-Bahn schon sehr voll ist und man stehen muss. In Sarahs Bus war der Rentnerplatz auch von einem älteren koreanischen Herrn besetzt.
Sarah hatte also ihren schweren Koffer dabei und große Mühe in dem vollen Bus. Der ältere Herr nahm sich kurzerhand Sarahs Koffer und klemmte ihn sich ungemütlich zwischen die Beine. Obwohl er selber kaum Platz hatte und das Sitzen nun sicher sehr unbequem war, war es ihm wichtig, Sarah zu helfen.
Eintrittskarten
Wer mich kennt, weiß, dass ich Kunst und Kunstausstellungen wirklich liebe. Ich halte mich möglichst auf dem Laufenden über aktuelle Kunstmessen und größere Ausstellungen und scheue auch lange Anfahrtswege nicht. So auch hier in Korea. Ich habe also gelesen, dass in Ulsan eine internationale Kunstmesse stattfinden soll und habe kurzentschlossen Sarah eingepackt, Bustickets und ein Hotel gebucht, und los ging es.
In der Ausstellungshalle angekommen, fühlten wir uns erstmal verloren. Wir waren wirklich die einzigen Ausländer hier, und an den Kassen und Infoständen sprach man kaum Englisch. Irgendwie fanden wir heraus, dass die Messe für Besucher erst um 14 Uhr öffnet und überall hingen QR-Codes aus, über die man sich irgendwie registrieren musste. Natürlich alles auf Koreanisch. Als wir so hilflos in der Gegend herumstanden, kam ein Pärchen auf uns zu, hielt uns zwei Eintrittskarten vor das Gesicht und fragte, ob wir diese haben wollen. Ich erklärte, dass wir leider kein Bargeld dabeihätten. Kennt man ja. Vor den Konzerthallen stehen auch immer Leute, die ihre Tickets noch verkaufen wollen. Doch die beiden winkten sofort erschrocken ab und meinten, sie wollen uns diese Karten selbstverständlich schenken. Sie hätten keine Zeit, und wir sollen uns einen schönen Tag auf der Messe machen. Ich hatte vor lauter Rührung fast einen Kloß im Hals. Wie hatten dann einen wunderschönen Tag auf der Messe und auch dort haben wir natürlich jemanden kennengelernt…
Strandspaziergang
Da Ulsan nah am Meer liegt, haben Sarah und ich uns entschlossen, am Tag nach unserer schönen Kunstmesse nach Ilsan zu fahren. Wir checkten aus dem Hotel aus, sprangen mit Koffern bewaffnet in ein Taxi und ließen uns zum Strand fahren. Zum Glück kann man in Korea seine Habseligkeiten unbeaufsichtigt überall stehen lassen. Hier verschwindet nichts. Die Koffer und Taschen stellten wir also kurzerhand an der Uferpromenade ab, warfen unsere Schuhe daneben und wie kleine Kinder ging es ab zum Spielen am Strand. Rad schlagen, Handstand im Sand, Füße im Wasser und 1000 Fotos – wir ließen nichts aus.
Als wir gerade mit den Füßen im Wasser standen und warteten, dass die Wellen den Sand unter unseren Sohlen immer weiter wegspülten, kam eine Gruppe älterer Koreaner mit vier Mitgliedern an uns vorbeispaziert. Einer der Männer in der Gruppe blieb plötzlich stehen, bückte sich und malte Kreise um unsere Füße. In erstaunlich gutem Englisch fragte er uns, woher wir kämen und was wir hier in Ilsan machten. Er erzählte uns, sie seien eine Gruppe von Freunden, die sich regelmäßig zum Badmintonspielen träfen. Sie luden uns ein, mit ihnen gemeinsam am Strand spazieren zu gehen. In der Ferne hörten wir eine Liveband koreanische Schlager spielen. Ich kann bei keiner Musik nicht nicht tanzen und fing natürlich auch augenblicklich an zu zappeln. Unsere Gruppe war gleich sehr begeistert, und schwupps ging es Richtung Bühne. Dort tanzten wir ausgelassen mit unseren neuen Freunden zur Belustigung aller Zuschauer.
Nach unserer Tanzeinlage, die bestimmt 40 Mal gefilmt wurde, wurden wir noch von unserer Gruppe zum Essen eingeladen. Inklusive unserer Koffer wurden wir in ein Auto eingeladen, und ab ging es zum Jajangmyeon essen. Eigentlich war unser Plan, mit dem Taxi nach Ulsan zurückzufahren, aber da hatten wir die Rechnung ohne die Gastfreundschaft der Koreaner gemacht. Natürlich ließen sie es sich nicht nehmen, uns die 40-minütige Fahrt nach Ulsan zurückzubringen, damit wir unseren Bus noch pünktlich erreichen konnten. Im Nachgang haben wir uns noch sehr liebe Nachrichten auf Kakao Talk geschrieben und uns versichert, beim nächsten Mal gemeinsam Badminton zu spielen.
Ich hoffe, meine Geschichten konnten euch einen kleinen Einblick verschaffen, und ihr empfindet sie genauso rührend wie ich. Über zahlreiche Kommentare und Rückmeldungen würde ich mich freuen. Schließlich sollte Kommunikation keine Einbahnstraße sein… 😉
Eure Nine
Encounters – Part 2
Here comes the second part of my beautiful encounters with the land and its people. Enjoy!
I have a photo for you.
Recently, two wonderful friends from Paris visited me. I showed them around Seoul, and we spent a lot of time exploring, enjoying delicious meals, and occasionally partying in the evenings. A significant tourist hotspot is, of course, a visit to one of the historical palaces. To do this, you can rent a traditional Hanbok from nearby shops, allowing you to enter the palaces in costume for free. It’s a fantastic idea, as it brings the historical scenery to life.
Of course, the three of us decided to give it a try, and we were, in my opinion, by far the best-looking. At least, one could assume so, as we occasionally served as subjects for photos. A group of older Koreans put in extra effort. First, they asked us if we could take a photo of them, and then it was our turn. They grabbed my phone, and under many instructions and counts, we posed as much as we could. In the end, even a bench was cleared for us, and we were positioned for a full photo session. The group was very keen on ensuring we got a beautiful photo, taking their time to make it happen.
The Luggage
Here’s another small and delightful story, but typical nonetheless. This time it didn’t happen to me, but to my friend Sarah. She is an enthusiastic diver and has had the opportunity to go diving twice here in Korea. Unfortunately, she leaves me alone in Seoul over the weekends. ㅋㅋㅋㅋ (Korean chat symbol for laughter).
So, Sarah was on her way with her suitcase and got on a completely crowded bus. In public transportation here in Korea, there are special seating areas for pregnant women and older people in all subways and buses. In buses, there are fewer designated seats, but in the subway, these seats remain empty even when it’s very crowded, and people have to stand. In Sarah’s bus, the senior citizen’s seat was occupied by an older Korean man.
Sarah had her heavy suitcase with her and struggled in the crowded bus. The older gentleman promptly took Sarah’s suitcase and wedged it uncomfortably between his legs. Although he had little space himself, and sitting was now surely very uncomfortable, it was essential for him to help Sarah.
Tickets
Those who know me are aware of my genuine love for art and art exhibitions. I try to stay updated on current art fairs and major exhibitions and don’t shy away from long commutes. The same goes for Korea. So, I read that an international art fair was taking place in Ulsan and impulsively packed up Sarah, booked bus tickets and a hotel, and off we went.
Upon arriving at the exhibition hall, we felt a bit lost. We were truly the only foreigners here, and at the ticket counters and information booths, English was scarcely spoken. Somehow, we found out that the fair opened to visitors only at 2 PM, and QR codes were posted everywhere for some kind of registration. Of course, all in Korean. While we stood there helplessly, a couple approached us, held two entry tickets in front of our faces, and asked if we wanted them. I explained that, unfortunately, we didn’t have any cash. You know how it is. There are always people in front of concert halls trying to sell their tickets. However, they immediately waved off, saying they wanted to give us these tickets as a gift. They had no time, and they wanted us to enjoy a beautiful day at the fair. I was almost choked up with emotion. We then had a wonderful day at the fair, and of course, we also met someone there…
Beach Stroll
Since Ulsan is close to the sea, Sarah and I decided to go to Ilsan the day after our lovely art fair. We checked out of the hotel, hopped into a taxi armed with suitcases, and headed to the beach. Luckily, in Korea, you can leave your belongings unattended anywhere. Nothing disappears here. So, we casually left our suitcases and bags on the promenade, threw our shoes next to them, and like little children, we headed to play on the beach. Cartwheels, handstands in the sand, feet in the water, and a thousand photos – we didn’t miss anything.
Since Ulsan is close to the sea, Sarah and I decided to go to Ilsan the day after our lovely art fair. We checked out of the hotel, hopped into a taxi armed with suitcases, and headed to the beach. Luckily, in Korea, you can leave your belongings unattended anywhere. Nothing disappears here. So, we casually left our suitcases and bags on the promenade, threw our shoes next to them, and like little children, we headed to play on the beach. Cartwheels, handstands in the sand, feet in the water, and a thousand photos – we didn’t miss anything.
While we were standing in the water, waiting for the waves to wash the sand away beneath our soles, a group of older Koreans with four members walked past us. One of the men in the group suddenly stopped, bent down, and drew circles around our feet. In surprisingly good English, he asked us where we were from and what we were doing in Ilsan. He told us they were a group of friends who regularly met to play badminton. They invited us to take a stroll on the beach with them. In the distance, we could hear a live band playing Korean Schlager. I can’t not dance to any music, so I immediately started to move. Our group was equally excited, and off we went towards the stage. There, we danced enthusiastically with our new friends to the amusement of all spectators.
After our dance performance, which was filmed at least 40 times, we were invited by our group to have dinner. We, along with our suitcases, were invited into a car, and off we went to eat Jajangmyeon. Originally, our plan was to take a taxi back to Ulsan, but we underestimated the hospitality of the Koreans. Of course, they insisted on driving us back to Ulsan for 40 minutes so that we could catch our bus on time. In the aftermath, we exchanged very kind messages on Kakao Talk and assured each other that we would play badminton together next time.
I hope my stories could give you a little insight, and you find them as touching as I do. I would appreciate numerous comments and feedback. After all, communication shouldn’t be a one-way street… 😉


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