여러분 안녕하세요?
Es ist schon eine Weile her, seitdem ich das letzte Mal etwas geschrieben habe. In dieser Zeit ist so viel passiert. Obwohl ich erst seit etwas mehr als drei Monaten hier bin, fühlt es sich an wie ein ganzes Jahr. In dieser Zeit habe ich viele Menschen kennengelernt, Bekanntschaften geschlossen, neue Freundschaften gefunden und Herzensmenschen getroffen.
Leider habe ich in dieser kurzen Zeit auch einen sehr liebgewonnenen (vermeintlichen) Freund verloren. Er hat mich stark belogen und hintergangen, und auch die Möglichkeiten, die ich ihm im Rahmen dieses Lügenlabyrinths geboten habe, nicht wahrgenommen. Das hat sehr wehgetan, und ich bin immer noch etwas traurig. Habe ich daraus gelernt? Bin ich jetzt skeptischer? Weniger vertrauensvoll? Verschließe ich jetzt mein Herz?
Nein! Ich gebe jedem Menschen immer wieder eine Chance, in mein Leben zu treten und es zu bereichern. Verletzungen gehören für mich dazu. Natürlich tut es weh, und man ist enttäuscht, aber jede Verletzung heilt, und ein narbiger Körper erzählt viele Geschichten von einem aufregenden Leben. Außerdem hat mir diese Geschichte einen neuen Menschen und vielleicht eine neue Freundin ins Leben gespült.
Man darf auch nicht vergessen, dass Korea eine ganz andere Kultur hat. Hier prallen im sozialen Miteinander manchmal Welten und Einstellungen aufeinander. Das bedeutet nicht, dass alle Koreaner wie mein verlorener Freund lügen. Es ist vielmehr so, dass viele Dinge lieber unausgesprochen gelassen werden, um den anderen nicht zu verletzen. Oft wird etwas Schönes gesagt, ohne es wirklich so zu meinen. Wenn ein Koreaner genug von dir hat, ist es höflicher, dich zu „ghosten“, anstatt offen zu sagen, dass er keinen Kontakt mehr möchte. Bei Verabredungen kann es vorkommen, dass dein Treffpartner einfach nicht erscheint. Das gilt als höflicher, als abzusagen. Wenn eine Absage erfolgt, geschieht dies oft mit vielen Ausreden oder Entschuldigungen. Ob dies eine allgemeingültige Regel ist, kann ich nicht sagen. Es ist zumindest meine bisherige Erfahrung. Es hat sicher etwas mit dem berühmten „Gesicht wahren“ zu tun. Auch wenn ich viele Verhaltensweisen aus meiner Sicht nicht gut finde, da ich eher der direkte Typ bin, verurteile ich es nicht. So wie wir denken, dass unsere Verhaltensweisen die besseren sind, denken die Menschen hier auch, dass sie die bessere Strategie für ein soziales Miteinander haben, und verstehen oft unsere Verhaltensweisen nicht.
Trotzdem habe ich hier auch unglaublich schöne Begegnungen gehabt, von denen ich euch in diesem Blogbeitrag erzählen möchte.
Das Chilifeld
Ich bin mit einem Kollegen aufs Land gefahren. Wir mussten einmal raus aus Seoul. Unser Weg führte uns nach Yangpyeong, das bequem mit der U-Bahn von Seoul aus erreichbar ist. Dort fließt der Namhan River, ein Nebenfluss des Han Rivers. Hier gibt es einige Wassersportvereine, zu denen mein Kollege wollte, da er bereits vor einigen Jahren hier war und sich auch unsere vermeintliche Schlafmöglichkeit in der Nähe befinden sollte. Leider fanden wir beides nicht.
Der Hunger und die müden Beine führten uns dann doch noch auf die am Ufer schwimmende Plattform eines der Wassersportanbieter. Die Betreiber, ein gastfreundliches Ehepaar, erkundigten sich in gebrochenem Englisch nach unserer Herkunft und unseren Reisezielen. Neben unseren bestellten Nudeln bekamen wir kommentarlos einen übrig gebliebenen Smoothie, den die Betreiberin für ihr Kind zubereitet hatte, und einen Wandertipp in der näheren Umgebung.
Was für ein schöner Tipp! Wir wanderten entlang eines Gebirgsflusses bis zum Sanasa Temple. Im Fluss saßen oder spielten Menschen jeden Alters und suchten an diesem heißen Sommertag nach Erfrischung. Auf dem Rückweg kamen wir an einem wunderschönen Chilifeld vorbei. Die roten Schoten strahlten aus dem dichten Grün hervor, und wir mussten unbedingt Fotos davon machen.
Während unserer Fotosession sprach uns ein Koreaner an, der gerade mit seinem Hund spazieren ging. Auch er wollte wissen, woher wir kommen und was wir hier machen. Er stellte sich als Eigentümer dieses Feldes heraus, der gleich nebenan eine kleine Chilipulver-Manufaktur betrieb. Nachdem er uns stolz diese gezeigt hatte, war es ihm sehr wichtig, uns ein gutes Restaurant für den Abend zu empfehlen. Er zückte sein Telefon und reservierte uns kurzerhand einen Tisch in seinem Lieblingsfischlokal. Um sicherzustellen, dass wir gut ankommen, bestellte er uns sogar ein Taxi.
Im Lokal wurden wir bereits erwartet. Wir mussten auch nicht mehr bestellen, da alles schon für uns erledigt wurde. Wir haben wunderbar zu einem sehr günstigen Preis gegessen und sind sehr satt, vollgefressen und glücklich ins Hotel gerollt.
Süßigkeiten
Dies ist nur eine kurze Begegnung, aber dennoch so typisch. Meine Freundin Sarah und ich waren unterwegs. Zuerst sind wir zu Daiso, einem wirklich günstigen Haushaltswarenladen, und haben noch ein paar Dinge geshoppt. Wir waren gerade auf dem Weg zum Han River, als eine Frau mit voll beladenen Armen aus dem Daiso kam. Auf dem Weg zur Ampel fiel ihr dabei die Hälfte herunter, und Sarah und ich halfen ihr sofort dabei, ihre Sachen wieder aufzuheben. Für uns war es damit erledigt, so macht man das ja einfach.
Wir standen an der Ampel, als wir plötzlich von hinten angetippt wurden. Die Frau überreichte uns traditionelle Süßigkeiten, die sie trotz der voll beladenen Arme noch irgendwo hergezaubert hatte, um sich so für unsere Hilfe zu bedanken. Nach mehreren Verbeugungen auf beiden Seiten und leckeren Süßigkeiten in der Tasche setzten wir unseren Weg dann fort.
Fortsetzung folgt
Encounters – Part 1
여러분 안녕하세요?
It’s been a while since I last wrote something. So much has happened in this time. Even though I’ve been here for just over three months, it feels like a whole year. During this time, I’ve met many people, made acquaintances, formed new friendships, and encountered people who touched my heart.
Unfortunately, in this short period, I’ve also lost a very dear (supposed) friend. He deceived and betrayed me significantly, not even taking advantage of the opportunities I offered within this labyrinth of lies. It hurt a lot, and I’m still somewhat sad. Have I learned from it? Am I now more skeptical? Less trusting? Do I close my heart now?
No! I give every person a chance to enter my life and enrich it. Injuries are part of life. It hurts, and one is disappointed, but every wound heals, and a scarred body tells many stories of an adventurous life. Moreover, this story has introduced a new person into my life, and perhaps a new friend.
One must not forget that Korea has a completely different culture. In social interactions, worlds and attitudes sometimes collide. This doesn’t mean that all Koreans lie like my lost friend. Rather, many things are left unspoken to avoid hurting others. Often, something nice is said without truly meaning it. If a Korean has had enough of you, it’s more polite for them to „ghost“ you than to openly say they no longer want contact. In appointments, your partner might simply not show up, which is considered more polite than canceling. If a cancellation happens, it’s often accompanied by many excuses or apologies. Whether this is a universal rule, I cannot say. It is at least my personal experience. It surely has something to do with the famous „saving face.“ Even though I find many behaviors not good from my perspective, as I am more of a direct type, I do not condemn it. Just as we think our behaviors are better, people here also think they have a better strategy for social interaction and often do not understand our behaviors.
Nevertheless, I’ve had incredibly beautiful encounters here, of which I would like to tell you in this blog post.
The Chili Field
I went to the countryside with a colleague. We needed to get out of Seoul for a while. Our destination was Yangpyeong, easily accessible by subway from Seoul. There flows the Namhan River, a tributary of the Han River. There are several water sports clubs there, which my colleague wanted to visit since he had been there a few years ago, and our supposed accommodation was also nearby. Unfortunately, we couldn’t find either.
Hunger and tired legs eventually led us to the floating platform of one of the water sports providers along the riverbank. The operators, a hospitable couple, in broken English, asked about our origin and travel destinations. Besides our ordered noodles, we received, without comment, a leftover smoothie the operator’s wife had prepared for her child, along with a hiking tip in the nearby area.
What a wonderful suggestion! We hiked along a mountain river to the Sanasa Temple. People of all ages sat or played in the river, seeking refreshment on this hot summer day. On our way back, we passed by a beautiful chili field. The red peppers radiated from the dense greenery, and we had to take photos of it.
During our photo session, a Korean man walking his dog approached us. He, too, wanted to know where we were from and what we were doing there. He introduced himself as the owner of the field, operating a small chili powder factory nearby. After proudly showing us around, it was essential for him to recommend a good restaurant for the evening. He took out his phone and promptly reserved a table for us at his favorite fish restaurant. To ensure we arrived safely, he even ordered a taxi for us
We were already expected at the restaurant. We didn’t have to order anything, as everything had already been taken care of for us. We ate wonderfully at a very reasonable price and rolled back to the hotel, full, satisfied, and happy.
Sweets
This is just a short encounter, but still so typical. My friend Sarah and I were out and about. First, we went to Daiso, a really affordable household goods store, and bought a few things. We were on our way to the Han River when a woman with fully loaded arms came out of Daiso. On the way to the traffic light, half of her things fell, and Sarah and I immediately helped her pick them up. For us, it was done, that’s just how you do it.
We were standing at the traffic light when suddenly we were tapped on the back. The woman handed us traditional sweets, which she had somehow conjured up despite her fully loaded arms, to thank us for our help. After several bows on both sides and delicious sweets in our bag, we continued on our way.
To be continue


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